Streckensegelfliegen ist bei gutem Wetter immer möglich. Beim Fliegen schreibt ein Datenlogger fortlaufend die Position und die Höhe eines Segelflugzeugs mit. Damit entsteht eine Datei, die eine genaue Wiedergabe des Flugwegs mit Orts- und Höhenangaben darstellt.
Diese Dateien, also unsere Flüge, stellen wir im Internet in das Portal „WeGlide“ ein. Dadurch können wir uns als Einzelpiloten untereinander, aber vor allem auch als Verein mit anderen Vereinen vergleichen. Es entsteht eine Liga-Wertung, so ähnlich wie beim Fußball:
Jeder Verein versucht, an einem Wochenende schnelle Flüge mit verschiedenen Piloten zu machen. Derjenige Verein, der die schnellsten Flüge gemacht hat, gewinnt die Wochenend-Rundenwertung (entsprechend dem Spieltag in der Fußball-Bundesliga). Dabei gibt es Punkte für schnelle Flüge, für weite Flüge und für geplante Flüge. Das Regelwerk kann hier nachgelesen werden (es ist wirklich zu kompliziert, das hier genauer auszuführen). Aus den insgesamt 18 Wochenend-Rundenwertungen von April bis August errechnet sich die Gesamtwertung.
Aktuell sind wir in der „Regionalliga Mitteldeutschland“ platziert und versuchen, in die zweite Bundesliga aufzusteigen (Links zur Gesamtwertung und zur aktuellen Rundenwertung).
Schlechtes Wetter am Wochenende? Pech gehabt, vor allem wenn in anderen Gegenden Deutschlands die Sonne scheint! Dann gewinnen eben die anderen Vereine die Rundenwertung.
Laut Statistik gleicht sich das Wetter über die Bundesliga-Saison allerdings wieder aus. Warten wir also aufs gute Wetter am nächsten Wochenende!
Unten seht Ihr eine Landkarte mit einem Streckenflug von Tamino Kölbl am 25.06.2026. Der Flugweg wird mit der blauen Linie dargestellt. Tamino ist von Hofgeismar zum Thüringer Wald, nach Sachsen und zurück nach Hofgeismar geflogen – ohne Zwischenlandung. Auf dem Rückweg ist er sogar einen kleinen Schlenker über Tschechien hinweg geflogen. Die roten Kästen stellen Lufträume in der Umgebung von großen Verkehrsflughäfen oder von militärischen Übungsgebieten dar. In diese Lufträume dürfen wir entweder nicht oder nur mit einer Genehmigung hineinfliegen.
Auf dem Höhenschrieb im unteren Bildbereich sieht man viele Zacken nach oben und unten, die das Steigen des Flugzeugs in der Thermik und den Höhenverlust beim Geradeausfliegen darstellen.
Dieser Flug führte über eine optimierte Strecke von 630 km, hat 09:19 (!) (ohne Pause!) gedauert. So ein Flug verlangt dem Piloten oder der Pilotin ein hohes Maß an Konzentration und Leistung über einen sehr langen Zeitraum ab.
Die durchschnittliche Geschwindigkeit während des Fluges wird mit 80 km/h angegeben. Dabei muss man jedoch bedenken, dass ein Flugzeug im Geradeausflug zwischen 120 und etwa 190 km/h schnell fliegt. Während des stationären Kreisens in der Thermik (wenn im Höhenschrieb die Zacken nach oben gehen…) geht die Geschwindigkeit, die das Flugzeug über Grund zurücklegt, jedoch nahezu auf Null zurück. Die 80 km/h sind also ein echter Mittelwert.

Wer mag, kann sich hier mehr Details zu diesem Flug anschauen.





